Tibet Terrier Pflege - leicht gemacht!

Tibet Terrier Pflege
- leicht gemacht!
das richtige Werkzeug
und wie bade ich
den Hund?
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Hund und Gesundheit


Das tägliche "Kann":

Ihr Hund wird es Ihnen danken, wenn Sie ihn einmal am Tag überbürsten. Dies ist keine Pflicht, sondern dient der Erziehung, der Optik und der Kontrolle.
Und noch ein Vorteil: Wenn Sie diese täglichen 5 Minuten regelmäßig stattfinden lassen, werden Sie mit der gründlicheren wöchentlichen Pflege nur halb so viel Arbeit haben.
Dies ist es auch, was Sie mit Ihrem Welpen und Junghund bis zum Alter von 5-6 Monaten machen müssen, damit er sich später gut kämmen läßt, und auch z.B. beim Tierarzt immer gut anfassen läßt!

Wenn Sie das gleich morgens - sozusagen nach dem Zähneputzen – erledigen, werden Sie den ganzen Tag über einen gut gepflegten und sauberen Hund um sich haben. Sie können es aber auch vor dem Spaziergang machen, wenn Sie sich sowieso gerade Zeit für den Hund genommen haben. 

Dazu stellen oder legen Sie den Hund vor sich auf einen extra Kämmtisch, oder einen Tisch, den Sie vorher mit einer rutschfesten Unterlage (z.B. ein kleiner Badezimmerteppich) abgedeckt haben. Das Hinlegen braucht nicht zu sein, ist aber gut zur Übung! Bürsten Sie am besten wie unten beschrieben das Fell am Körper erst etwas über den Rücken Richtung andere Körperhälfte, damit Sie auch an die versteckten Stellen herankommen. Wenn Sie es dann langsam wieder in die richtige Richtung bürsten, werden Sie nichts übersehen. Wenn ausschließlich vom Scheitel aus nach unten gebürstet wird, übersehen Sie garantiert etwas, und der Hund sieht vielleicht oberflächlich gut aus, ist aber nicht gut gepflegt.
Zum Bürsten können Sie am besten eine Holzbürste nehmen, die das Haar pflegt und die Haut massiert. Eine Naturborstenbürste ist nur zum eventuellen abschließenden Striegeln geeignet und ist eher überflüssig.
Suchen Sie beim Bürsten kurz nach Fremdkörpern und Verschmutzungen, vor allem an Hals, Ellenbogen, Po und Pfoten und kontrollieren kurz alle Körperöffnungen auf normalen sauberen Zustand - siehe unten der Abschnitt "Gesundheitspflege".

Zum Schluss schüttelt sich Ihr Hund herzhaft und es gibt ein kleines Leckerchen und großes Lob für die Geduld!
 

 

Das wöchentliche "Soll":

Wie lange Sie jedes Mal brauchen, hängt von der Unterwolle ab, die Ihr Hund alters-, anlage- und jahreszeitenbedingt entwickelt, von der Geduld, die Sie ihm schon als Welpe anfangen beizubringen, und außerdem natürlich von der Regelmäßigkeit, mit der Sie arbeiten. Wenn nichts besonderes anliegt, brauchen Sie auch bei einem großen Tibet Terrier Rüden wie unserem Yaschi mit sehr reichlichem Fell bei regelmäßiger Pflege insgesamt nicht länger als eine Stunde pro Woche, bei etwas kleineren Hunden mit nicht ganz so viel Haar und mit zunehmender Übung reicht auch weniger. Es gibt auch was das Haarkleid betrifft ganz verschiedene Tibet Terrier Typen, aber die Besonderheiten Ihres Hundes werden Sie schnell kennen lernen! In jedem Fall ist diese Anleitung eine gute Ausgangsbasis für Ihre eigenen Methoden:

Suchen Sie sich einen für beide bequemen Platz, am besten einen Tisch mit Badezimmerteppich drauf und Stuhl davor. Wenn Sie gelenkig sind, setzen Sie sich einfach zusammen auf den (Teppich-) Boden. Ihr Hund sollte einigermaßen sauber und das Fell noch nicht verklettet sein. In diesem Fall wären erst „besondere Maßnahmen“ angebracht.

Füllen Sie eine Blumen- Sprühflasche mit etwas warmem Wasser plus 1 TL bis 1 EL Haarkurschütteln kräftig durch, und sprühen damit das trockene Fell jedes Mal partienweise direkt vor dem Kämmen ein wenig ein.
Diese Mischung schont die Haare und hebt die Stimmung, weil der Kamm nicht mehr zieht!! Alternativ verwenden Sie eine Sprüh-Haarkur, wie sie im Drogeriemarkt angeboten wird, sofern sie nicht zu penetrant riecht für die arme Hundenase.
1. Liegend die Körperseiten bearbeiten:
Schon als Welpe übt Ihr Hund das Stillhalten, Bürsten, Untersuchen und Hinlegen auf dem Teppich, das gehört mit zur allgemeinen Erziehung und zahlt sich nun sehr aus!
Wenn der Hund ruhig auf der Seite liegt ( früh „Leg Dich!“ üben), können Sie das Haar in Richtung Rücken bürsten, bis der Bauch sichtbar wird.
Dann teilen Sie zwischen Hals und Po parallel zum Rücken den untersten Streifen am Bauch ab und fangen an strähnchenweise von diesem neuen "Scheitel" aus zu kämmen. Die Beine selbst werden noch ignoriert, nur die Ellenbogen kann man schon mal mit beachten. Dann den nächsten Scheitel ziehen, ein paar Zentimeter mehr Richtung Rücken und so weiter.
Je nach Zustand des Haares können Sie mit dem groben Kamm beginnen oder sollten jeweils erst den neuen Abschnitt überbürsten. Bitte langsam anfangen - am Bauch ziept es ganz schön! Durch dieses abschnittsweise Pflege entgeht Ihnen nichts. Alles andere wäre reine Kosmetik!

"Ich will mindestens einmal
pro Woche gründlich gekämmt werden!"




 



Jede Partie wird vom Haaransatz bis zu den Haarspitzen gekämmt, so dass die lose Unterwolle herauskommt. Wenn der Kamm festsitzt, war die Strähne zu dick, oder es versteckt sich eine kleine Klette, die Sie mit Daumen und Zeigefinger am Haaransatz festhalten und vorsichtig extra herauskämmen.

Ist die eine Seite bis zum Rücken fertig, kann man noch die Innenseiten der unten liegenden Beine bearbeiten. Der empfindlichste Teil ist hier der innere Ansatz der Beine am Körper!
Bevor Sie den Hund auf die andere Seite legen, ist nun noch die Außenseite der oberen Beine dran.
Vorsicht, an den Pfoten sind die meisten Hunde sehr empfindlich. Sie werden genauso partienweise von den Ballen aus nach oben vorsichtig bis auf die Haut ausgekämmt. Vielleicht etwas langsamer, die wenigsten Hunde mögen das wenn man sich hier beeilt. 

Wenn Sie die erste Körperseite fertig haben, gehen Sie von den Schultern aus schräg in Richtung Hals und Ohren genauso vor: erst die dicke Mähne versuchen nach vorne über den Kopf zu streichen, dann schichtweise bis unter die Backenknochen und um das Ohr herum arbeiten. (Achtung, um die Ohren wartet Wolle)

Dann drehen Sie den Hund auf die andere Seite. 
Wenn Sie hier auch fertig sind, darf er erst einmal aufstehen und sich schütteln; wie wäre es mit einem besonders ausführlichen Lob?
2. Das Heck:
Wenn Ihr geduldiger Freund sich jetzt hinstellt und schüttelt, darf er zum Abschluss Ihnen seinen Allerwertesten zeigen und Sie kämmen vorsichtig eventuelle Verunreinigungen aus.  Rund um den Schwanzansatz bilden sich leicht erste Filze. Der Schwanz selbst muss auch besonders zart behandelt werden, die Haare wachsen nicht so schnell nach wie sie ausgezupft werden! Er kann zwischen die Zinken des groben Kamms kommen, wenn man nicht aufpasst und das tut dann weh. Also lieber gründlich bürsten und dann gleich den feinen Kamm nehmen!
3. Der Bug:
Jetzt setzt er sich mit der Nase zu Ihnen, was er wahrscheinlich sowieso schon die ganze Zeit wollte. Sie kämmen schichtweise die Brust vom Beinansatz bis zum Hals. Dabei halten Sie mit der freien Hand das Haar nach oben und hoffen, dort keinen großen Kletten vorzufinden, sonst fehlt Ihnen die dritte Hand :-)
Anschließend kommen Kinn und Nase, und wir haben fertig! Jetzt sieht der Hund aus wie "neu"!


Die Gesundheitspflege:
Augen, Ohren, Pfoten
...

Hier können Sie eventuelle kleine Irritationen schnell erkennen und gleich selbst beheben; wenn Sie aber eine stärkere Beeinträchtigung bemerken, sollten Sie natürlich zum Tierarzt gehen.
Hat Ihr Hund seinen Pausenkeks aufgefressen, muss er sich noch einmal hinlegen. 

1. Ich schau Dir in die Ohren Kleines
Schauen Sie in seine Ohren, wie weit sie sauber sind, nicht zu viele Haarbüschel herauswachsen und sie auch gut und sauber riechen. Daumen und Zeigefinger sind das richtige Werkzeug, um zu dicht wachsendes Haar im Ohr strähnchenweise herauszuzupfen. Erstaunlicherweise sind die Hunde hier überhaupt nicht empfindlich, höchstens kitzelig. Wenn zu viel Haar die Luft vom Ohr abhält, bilden sich vermehrt Ohrenschmalz und Keime. Zur Reinigung ist eine alkoholische Flüssigkeit zu empfehlen, es gibt spezielle Mittel dafür im Fachhandel oder beim Tierarzt. Ein paar Tropfen davon hineingegeben und einmassieren, wenn man möchte kann man anschließend mit etwas Watte den gelösten Ohrenschmalz abwischen.
Ist das Ohr aber nicht ganz in Ordnung, haben Sie zu spät mit der Reinigung begonnen: Sie würde in diesem Fall mit Alkohol Schmerzen verursachen, also Finger weg! Gehen Sie zum Tierarzt, so lange noch keine Antibiotika nötig sind und die Entzündung nicht chronisch wird.

2. Das Tor zur Seele
Schauen Sie Ihrem Hund in die Augen: keine Rötungen, kein Ausfluss, alle Haare liegen da wo sie hingehören und nicht etwa im Auge? Bei einer eventuellen, leichten Irritation können Sie mit etwas lauwarmem Wasser und einem Wattebausch den inneren Augenwinkel reinigen, dabei immer Richtung Schnauze streichen, und in der nächsten Zeit zweimal täglich einen Tropfen von homöopathischen Euphrasia-
oder Mercurialis Augentropfen geben, indem Sie das Unterlid ein wenig vom Auge lösen und sie direkt in die entstehende Tasche tropfen. Wenn nach 2-3 Tagen die Reizung nicht besser geworden ist, muss der Hund dem Tierarzt vorgestellt werden.
3. Mundhygiene - ganz einfach
Schauen Sie sich ab und zu auch einmal die Zähne an, ob sie Zahnstein bekommen und gelb werden: dann braucht der Hund Kalbs- oder Rinderknochen - oder gar einen Tierarzttermin - zum Zähneputzen. Unsere Hunde haben allerdings da noch nie Probleme gehabt.
4. Intimpflege muß auch mal sein!
Jetzt sollten Sie noch einen Blick auf die Geschlechtsorgane werfen. Es darf normalerweise kein Ausfluss vorhanden sein (außer Ihre Hündin ist läufig...)‚ kein unangenehmer Geruch und keine Rötung oder Schwellung. Jede Irritation wäre ein Grund, sich vom Tierarzt beraten zu lassen. Wenn Sie möchten, können Sie zur Vorbeugung mit der abgerundeten Schere oder besser noch einer Schermaschine das Haar um die Geschlechtsorgane und direkt um den After herum einkürzen, um Verunreinigungen und dadurch entstehende Infektionen zu vermeiden. Bitte seien Sie dabei ganz vorsichtig; fangen Sie erst an, wenn Ihr Hund ganz entspannt liegt, zupfen Sie auf keinen Fall am Haar, um die extrem weiche Haut nicht hochzuziehen und kitzeln Sie ihn nicht. Sonst könnten Sie ihn schneiden. Mit der Schermaschine ist es einfacher, diese ist aber auch eine Anschaffung und lohnt sich dafür eigentlich nicht.
5. Pediküre
Schauen Sie sich die Ballen und vor allem die Ballenzwischenräume an, ob sich dort keine Filze oder Fremdkörper verstecken. Diese müssen unbedingt mit der runden Schere vorsichtig entfernt werden. Außerdem prüfen Sie noch, ob die Ballen beim Auftreten nicht zu sehr von Fell bedeckt sind. Das würde ich abschneiden. Nun darf der Hund sich hinstellen und Sie fühlen einmal, ob im normalen Stand seine Krallenspitzen den Boden berühren. Wenn ja, ist die Grenze erreicht, dass er beim Laufen behindert wird. 
Überlegen Sie jetzt, ob Sie Ihren Hund mehr (auf hartem Untergrund) bewegen wollen, oder Sie greifen das erste Mal zur neuenm, scharfen Krallenschere  -- und danach wahrscheinlich immer wieder, denn die Krallen gewöhnen sich leider an das Kürzen und wachsen schneller nach. Das Schneiden der Krallen lassen Sie sich bitte unbedingt das erste Mal vom Tierarzt zeigen, danach geht es auch problemlos zu Hause, sobald Sie wissen, worauf Sie achten müssen, dass Sie nicht in den durchbluteten Teil der Kralle schneiden. Ich habe mir ein blutstillendes Pulver (Eisensulfat) besorgt, das im Fall der Fälle darauf gegeben wird.

6. Für das gute Gefühl
Zum guten Schluss können Sie mit der Holz- oder Naturborstenbürste zur Massage ein letztes Mal über den Hund streichen und jedes Haar liegt an seinem Fleck - perfekt!

Wenn Sie diese Pflege regelmäßig durchführen, können Sie sicher sein, dass sich Ihr Hund immer wohl in seiner Haut fühlt!
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